29 Aug. Zwischenblick aus der Sommerpause in die neue Spielzeit 26/27
Meine wichtigsten Themen
Es gibt in diesem Sommer EIN wichtiges und sehr großes Thema. Und das ist meine Tour „FranScorpia“. Für diejenigen, die es nicht mitbekommen haben, kurz zusammengefasst: Ich bin über 5 Wochen und 600 Kilometer von Stuttgart nach Dorf Tirol / Meran gegangen, um auf den Spuren meiner Vorfahren mütterlicherseits zu wandeln.
Mein Urahn Kunibert der Schorppe verkaufte 13hundert-irgendetwas seinen Weinberg in Dorf Tirol, zog nach Hall in Tirol. Später ging es für die Sippe mit dem Skorpions-Namen weiter in den Schwarzwald und dann eben nach Stuttgart, voilà!

Das war dann meine Route.
Ich versuche nun, quasi resümierend die Erlebnisse und Erfahrungen, die Quintessenz auf drei Bereiche zu fokussieren:
Praktisches
Diese Wanderung war – im Vergleich zu meinen vorherigen – ein Hybrid. Ich bin nämlich nicht ausschließlich allein von Hütte zu Hütte gewandert, sondern hatte ein „Begleitfahrzeug“. Mein Guter Gatte hatte kurzfristig ebenfalls frei und konnte mir so nicht nur die abendlichen Schlafstationen mit dem Wohnmobil kredenzen, sondern auch Teile meines Gepäcks kutschieren, wodurch ich über weite Strecken mit leichtem Rucksack laufen konnte – was für ein Segen für mein Gestell.

Diese Art der parallelen Fortbewegung barg aber auch die eine oder andere Herausforderung. Zum Teil musste die Route geändert und den örtlichen Bedingungen angepasst werden. Es steht ja nicht in jedem Ort ein Stellplatz zur Verfügung. Und klar, im Hochgebirge habe ich das Hütten-Leben dann solitär sehr genossen.
Äußeres
Mein Motto: meine Tour – meine Regeln. Das bedeutet, dass ich Seilbahn, Schiff oder Bus nehme, wann immer mir das sinnvoll erscheint. Es schmälert meine Tour und mein Tun in kleinster Weise. Es waren (wieder einmal) nur Männer, die mir entlang der Tour begegnet sind, die eine puristische Vorstellung von „Jeder Meter nur mit Muskel“ zur einzig wahren Gültigkeit erhoben haben. Wer muss denn hier wem noch was beweisen. Ich nichts. Ich muss nämlich GARNIX!
Außer: Auf meine Sicherheit und für mein Wohlergehen sorgen. Denn nur, wenn ich optimal versorgt bin, kann ich andere daran teilhaben lassen. Nur aus der Fülle kann ich teilen. Im Mangel motzt es sich besser.
Schon merke ich, dass die mir selbst auferlegte Einteilung in diese drei Unterbereiche nicht wirklich sinnvoll ist. Mal sehen, wohin sie uns führt.
Ich hatte nicht einen Tag Muskelkater, hatte keine Blase an den Füßen und keine weiteren Blessuren; keinen Sonnenbrand – einmal einen leichten Sonnenstich. Ich bin durch Wolfsgebiet gegangen und durch Bärengebiet, bin in zwei Flüchtlings-Kontrollen geraten, ein Mal in ein Gewitter und einmal gab es oben auf der Hütte ein Bergbeben.

Mutter Natur, ich habe alle Schattierungen zwischen Respekt und Ehrfurcht neu durchdekliniert.
Inneres
Ich wurde kurz nach der Rückkehr gefragt, ob ich denn nun erholt sei.
Bitte? Erholt, wovon? Wodurch? Es wird oft und wie ich finde inflationär von der Komfort-Zone gefaselt. Die ist ja bei jedem unterschiedlich und in jeder Gesellschaft anders. Ich habe in jedem Fall Einiges hinter mir gelassen. Bin gelassen. Und das ist mir erst durch die erst so sonderbar anmutende Frage bewusst geworden.
Dieses wunderbare Gefühl, das sich während meiner Wanderung immer zuverlässiger eingestellt hat, diese Weite im Herzen, diese Freiheitsliebe, die habe ich tief verankert und bis hierher zurück an meinen Schreibtisch genommen. Sie darf mir bitte genau so erhalten bleiben. Denn jetzt geht es:
Zurück in die Zivilisation
Mein erster Besuch im Supermarkt schepperte gleich die volle Wucht der verkorksten Konsum-Gesellschaft in mein puristisches System: Weihnachtszeit-Gebäck! Ende August! Jedes Jahr dasselbe, immer überraschend früh? Mich würde mal interessieren, wer sich aus welchen Beweggründen jetzt schon einen Stollen einverleiben muss, äh – will?

An sich passt es ganz gut in die Zeit, ich habe diese Woche nämlich meine 5 Adventskonzerte im Dezember festgemacht.
In ECHT, geht für mich jetzt erst die Pilz-Saison los: Beim Gang im Wald habe ich gestern zum ersten Mal bewusst einen Schwefelporling entdeckt. Nicht umsonst heißt er im Englischen „Chicken of the Woods“. Ich musste mich wirklich beherrschen, NICHT der ungebremsten Sammelwut zu frönen, sondern nur die Menge mitzunehmen, die ich angemessen und sicher verwerte. Eben so, wi ich es auf meiner „Franzis Krautschau“ stets predige.



Fazit: Wirklich köstlich: Erst in Tranchen blanchiert, dann portionsweise paniert und den Rest eingefroren.
Toll, dass ich während der Tour auf dem Weg zum Jaufenpass hoch meine ersten Pfifferlinge selbst gefunden – und gegessen – habe. Und jetzt zurück, hier im Wald meinen ersten Schwefelporling. ich deute das als sehr schönen Willkommen-zurück-Gruß. Danke.
In dieser ersten Woche zurück am Schreibtisch habe ich in Ruhe sortiert und die kommenden Proben und Vorstellungen, Projekte und Pläne vorbereitet.
Und schwelge natürlich immer wieder anhand von Fotos und anderen Mitbringseln in meiner wunderbaren Tour. Die hier folgenden Artikel dienen mir als Gedankenstütze. Tagebucheintragungen und weitere Gedanken werden sukzessive ergänzt.
Meine Blogartikel der FranScorpia-Sommer-Tour
Kompliment des Sommers
„Meine absolute Hochachtung für dein Projekt! Die Franzi redet nicht nur von Dingen, die man mal machen müsste, die Franzi macht sie einfach. Du hast auch dieseWanderung so grandios durchgezogen und dabei nie auf offene Worte und persönliche Gedanken verzichtet. All das machen deine Projekte für uns unfassbar groß. Franzi, du musst weiter laufen und weiter und weiter. Wie soll ich ohne deine Beiträge durch den Restsommer kommen? Ich ziehe den Hut vor dieser Tour!“ Blogleser und Freund
Blick über den Tellerrand

Besser: Ausblick in den schönen Herbst:
Jetzt geht es mit Verve und wirklich großer Vorfreude in die neue Spielzeit! Es wartet „Marilyn Monroe“, ein „Barbier von Sevilla“. Die neue Produktion vom „Liebestrank“ steht schon auf dem Notenpult, jeden Tag schreibe ich an den Moderations-Texten, eine helle Freude.
Ich habe das beglückende Gefühl, dass so viele Ideen und Projekt, die ich in den vergangenen Monaten und Jahren initiiert habe, nun in die echte Umsetzung kommen. Herbst-Zeit ist Ernte-Zeit, in meinem Jahres- wie im Lebenslauf. So sind meine musikalischen Beschäftigungen mit meinem Namenspatron Franz von Assisi, sowie der Therese von Lisieux jetzt auf dem Spielplan, das bedeutet mir viel.
Mehr zu meinen Konzerten und Auftritten finden Sie HIER.
Besondere Vorfreude und ehrlich eine gute Portion Aufregung beschert mir die anstehende Buchveröffentlichung von „Rosepin“ im Oktober. Ich glaube, ich habe mit Peter Marx vom Hummelshain Verlag den nettesten, entspanntesten und warmherzigsten Verleger EVER. Dass diese Geschichte nun mit den zauberhaften Illustrationen von Karolina Golightly das Licht der Welt erblickt, das macht mich so unbeschreiblich froh.

ch danke ALLEN Unterstützerinnen und Unterstützern, die dieses besondere Herzensprojekt auch in der Startnext-Kampagne begleitet haben. Zum damaligen Projekt-Video geht es HIER
Die Musik ist einzeln schon bei Ohrenflausen veröffentlicht. Einen Artikel dazu gibt es von mir HIER.
NOTA BENE
Sehr gerne bleibe ich in dieser letzten Kategorie beim Latein und möchte mit den Grußworten der Heiligen Franz enden:
pax et bonum
Frieden und Gutes, das wünsche ich uns allen hier auf diesem einzigartigen Planeten, in dieser bewegten Welt und hoffe, dass sich die Mehrheit der Menschen trotz und wegen aller Herausforderungen in Zuversicht und Mitmenschlichkeit für eine freiheitliche, offene und demokratische Welt entscheiden und engagieren möge.
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