Foto: Hajo Müller

Zwischenblick Mai/Juni ’21

Was hat sich die Dannheimerin denn hier schon wieder ausgedacht: Zwischenblick? Vielleicht kennen Sie ja die Formulierung zwischen den Jahren. Das beschreibt die Zeit zwischen 21. Dezember und dem 6. Januar. Viele alte Bräuche gibt es heute noch. Ganz abgesehen davon, dass wir Weihnachten feiern und Sylvester und uns dabei meistens im Kreise geliebter Menschen befinden. „Zwischen den Jahren“ ist immer auch „jenseits der Alltags-Zeit“. Ideal für eine stille Innenschau und für Orakel. Wann haben Sie das letzte Mal zu Sylvester beim Bleigießen einen Blick in Ihre Zukunft geworfen? Sicher, es ist eine Umweltsünde, dieses Blei, aber die ungefährlichere Variante mit heißem Wachs ergibt keine so zauberhaft bizarren Formen, in denen man Schwäne, Schwerter oder Walfische erkennen kann.

Und spätestens jetzt fragen Sie sich sicher, ob die Dannheimerin noch ganz bei Trost ist?! Schließlich haben wir Ende Mai und der Sommer steht nun endlich wirklich vor der Tür. Der eine Monat ist bald zu Ende und der andere fängt bald an. Eine gute Zeit, um sich ein paar Gedanken zu machen, was war und was soll werden – zwischen den Zeiten eben.

Im wunderschönen Monat Mai

Auch wenn es in diesem Mai nachweislich kälter war, als in anderen Jahren und wirklich viel Regen gefallen ist, so kann ich mich an dieses Stelle nur wiederholen – und habe es genauso im Forstbericht gelesen: Der Wald, die Bäume freuen sich über jeden Tropfen! Der Boden ist nach den vergangenen Trocken-Sommern jetzt gerade mal 50 cm tief ordentlich durchfeuchtet – da geht noch was! Jedes Jahr auf’s neue ein Spektakel: es grünt und sprießt und explodiert überall da draußen in der Natur. Apropos Sprießen: zum Gras-Säen gibt es bei uns den alten Spruch: „Säest mi im April, komm i, wann i will. Säest mi im Mai, komm i glei.“ Und genau so ist es! Der Vollmond im April heißt im Volksmund auch Grasmond, soll heißen, erst danach säen, wenn es was werden soll.

Vom Säen und Gedeihen gibt es auch in meinem beruflichen Schaffen einiges zu berichten. „Alles neu macht der Mai“, so lautet ja ein anderes Sprichwort und ganz neu ist für mich, in einem Kinder-Tanz-Theater-Stück dabei zu sein. Was für eine freudvolle Erfahrung. Phantanase wird das Stück heißen und den Juli über in der Essener Dubois Arena, also auch Freiluft zu sehen sein. Dannheim darf tanzen und singen, herrlich! Diese Kinder-Themen stehen wohl gerade auf meiner Agenda, siehe Rosepin. Ja, die Rosen entwickeln sich dieses Jahr gut. Wenn ich jetzt die prachtvollen Pfingstrosen in meinem Garten gerade bewundern kann, dann sehe ich, warum dieser vergangene Mai-Vollmond auch Blumenmond genannt wird.

Zwischen Blumenmond und Erdbeermond

Erdbeermond, so heißt der Vollmond dann im Juni – in diesem Jahr übrigens am 24.Juni, dem Johannistag, benannt nach Johannes der Täufer. Ach, auch zu diesem Tag gibt es so schöne Brauchtums-Geschichten zu erzählen, aber die beschreibe ich dann im kommenden „Zwischenblick Juni/Juli“. Jetzt schaue ich erst mal voraus in den Juni oder Juno, wie der Monat auch genannt wird. Juno, so ist es auf Wikipedia zu lesen, ist eine römische Göttin. Sie gilt als Göttin der Geburt, der Ehe und Fürsorge. Juno wurde auch der persönliche Schutzgeist einer Frau genannt, als weibliches Gegenstück zum männlichen Genius. Ihr heiliges Tier ist die Gans. In allegorischen Darstellungen der Vier-Elemente-Lehre steht Juno für die Luft.

Das passt doch hervorragend: Die Luft wird wärmer und einige Städte haben die günstigen Entwicklungen nun genutzt, ein Freiluft-Sommerprogramm zu organisieren und so werde ich diese Spielzeit mit meiner Oper légère eröffnen, Hurra! Carmen und Don Giovanni stehen auf dem Spielplan – mehr zu meinen Terminen hier. So zünde ich noch eine Kerze für Juno an, auf dass sie als geniale Schutzgeistin meinen und überhaupt allen kommenden Freiluft-Konzerten wohlgesonnen trockene Himmel und viele Zuschauer bescheren möge.

Zwischenblick – ein Stück voraus, ein Stück zurück

Zurück zur Überschrift dieses Artikels: Ein Zwischenblick ist halt nicht nur ein Rückblick und nicht nur eine Vorschau  – auch spannend, dass unsere Sprache zwischen „Blick“ für „Zurück“ und „Schau“ für „Voraus“, also in die Zukunft , differenziert. Dann ist Bleigießen doch eine wirklich tolle Schau! So geht es mir mit dem Schreiben: ich schau ein wenig zurück, einwenig voraus und eben hinein, was da in mir alles anklingt. Und dann schau ich hinaus, was da so alles klingt und versuche alles zu meiner Freude zu verbinden.

Vom Vogelgesang hab ich schon geschwärmt. Jetzt begeistert mich dieses Brummen. Gerade schlüpfen die Libellen, es ist ihr dritte Metamorphose. Unglaublich, zuerst winzige Wasserlarve, dann gepanzerte Unterwasser-Grille. Wenn der erste sommerwarme Sonnentag aufzieht, krabbeln sie gleichzeitig aus dem Wasser. Die Sonne lässt ihren Panzer trocknen und dann macht es Knack: Die Rückenpartie platzt auf und die Libelle schwingt sich mit ihren Flügeln heraus aus der engen Hülle in die weite sonnige Welt hinein. Damit all das nicht nur alleine vor sich hin und vor mir her klingt, möchte ich diese Gedanken im Zwischenblick mit Ihnen teilen, und wir alle wissen: „Geteilte Freude ist doppelte Freude“.

Zu guter Letzt

Noch etwas zum Thema Freude: ich habe in diesem kommenden Monat, im Jahreskreis genau gegenüber vom Advent, Geburtstag. (Ich kann es mir nicht verkneifen, zum Thema Advent und Gegenüber und Rosen und so weiter, noch auf das Lied „Es ist ein Rot entsprungen“ zu verweisen.) Zurück in den Juni: wenn sich nun eine von Ihnen berufen fühlt, mir quasi zu meinem Geburtstag etwas wirklich Sinnvolles angedeihen lassen zu wollen, dann verweise ich hier noch ein letzten Mal ganz ungeniert auf die Crowdfunding-Kampagne  zu meiner Rosepin, über die ich im letzten Blog geschrieben habe. Es geht also um die Realisation von Buch und CD. Jede Unterstützung, egal ob groß oder klein, ist von Herzen willkommen. Es sind für die ganz Engagierten unter Ihnen sogar noch Plätze in der „Ahnengalerie“ frei. Soll heißen, Sie könnten mit Ihrem Konterfei in meinem Buch verewigt sein. Die Kampagne endet am 13.Juni.

Aber das ist ja noch nicht alles: Mit Hans Eichhorn, einem der Rosepin-Lieder habe ich mich zum Weberlein beworben, eine Preis-Ausschreibung für Kindermusik! Die Entscheidung soll in den kommenden Tagen fallen, ich bin ehrlich aufgeregt. Bitte wünschen Sie den Vorhaben der Juno-Geborenen Glück.

So schließe ich für heute mit einem Zitat vom großen Johann Wolfgang von Goethe:

Wenn der Sommer sich verkündet,
Rosenknospe sich entzündet,
Wer mag solches Glück entbehren?

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