Zwischenblick Mai – Juni 2026: von Wipfeln und Gipfeln

Heute ist Mittwoch – Mitte der Woche. Kein Tag mit besonderer Feierlichkeit und seit heute bereits im zweistelligen Juni. Da will sich der Mai noch einmal betrachten lassen und in einem Zwischenblick gebührend verabschiedet werden. Ich staune über das prächtige Pflanzenwachstum da draußen, freue mich über meine frisch renovierte Homepage und spüre in vielen kleinen und größeren Dingen die Veränderungen, die angenehmen und die anspruchsvollen.

Nach den heißen Tagen im Mai kam die nasse Abkühlung, ich und mein Garten freuen sich! Beim Blick ins feist grüne Blätterdach der riesigen Eiche fällt mir eine alte Bauernregel ein:

„Blüht die Eiche vor der Esche bringt der Sommer große Wäsche. Blüht die Esche vor der Eiche bringt der Sommer große Bleiche“

Bitte dreimal raten, wer von den beiden heuer in meinem Garten zuerst geblüht hat. Aber so was von prächtig! Noch immer liegen die brauen Blüten-Knuspel in allen Ecken. Ich bin gespannt, ob diese alttradierten Beobachtungen auch in Zeiten des Klimawandels ihre Gültigkeit bewahren. Wir werden sehen.

Komm lieber Mai, wie war’s denn so:

Meine drei großen Themen im Mai

Es fällt nicht immer leicht, zu entscheiden, welche drei Themen in einem derart vielfältigen und auch aufregenden Monat nun zu den drei wichtigsten gehören – aber genau das ist ja das Wunderbare am Schreiben eines solchen Zwischenblicks: In der Reflexion zeigen sich oft erst die wahren Geschenke, auch die Herausforderungen. Und so möchte ich direkt mit einem für mich recht emotionalen Thema starten:

Mein NEIN zu KI

KI und emotional – wie soll das bitte zusammen passen? Ich weiß, viele können sich ihre täglichen Organisationen und Recherche-Fragen ohne Chat-GPT, Claude und co nicht mehr vorstellen. Ich schon. Ja, fast ein wenig trotzig habe ich das schon vor Monaten beschlossen – es hat eher in mir eine Stimme krakeelt: „Da bist du raus, Dannheim!“

Warum so emotional? Weil ich spüre, dass mich persönlich, mit meiner Struktur, mit meinen Fähigkeiten und Interessen, die künstliche Intelligenz auf eine Art Glatteis führt, auf das ich hier und heute nicht näher eingehen werde – vielleicht gibt es dazu demnächst einen Blogartikel.

Ich sehe und erlebe, wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen aus der musizierenden, wie der schreibenden Zunft zunehmend begeistert diverse Arbeitsschritte durch KI optimieren oder vereinfachen. Wie den Suchmaschinen geschmeichelt wird, Klick-Zahlen und Öffnungsraten ausgewertet werden, aber auch Kochrezepte, Krankheitsdiagnosen und persönliche Sinnfragen aus dem Äther gefischt werden.

Gänzlich OHNE Ki geht wohl kaum mehr etwas – selbst beim Aktualisieren meiner HP kam sie ein Stück weit zum Einsatz.

Ich spüre eine Unruhe in mir aufsteigen, die sich zusammensetzt aus verschiedenen Anteilen, wie:

Habe ich den Anschluss nicht schon längst verpasst? Anschluss woran? Wen kümmert es?

Und dann stelle ich meine drei persönlichen Fragen:

  1. Kann ich es vor mir und meinem Inweltbewusstsein vertreten – ja, ich habe Inweltbewusstsein bewusst gewählt – dass die rasende Entwicklung von KI immense Energien und Rohstoffe verschlingt, einen CO2 Ausstoß in die Höhe schnellen lässt und schlichtweg weiteren Raubbau an der Natur bedeutet? Ist das eine optimierte Textstruktur, ein ausgefeiltes PDF-Design wirklich wert?

  1. Was soll mir denn die KI-optimiert frei geschaufelte Zeit bescheren? Eingehendere Reflexion gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen? Engagement im nachbarschaftlichen Ehrenamt? Aktiver, mitmenschlicher Einsatz zum Erhalt demokratischer Werte? Wohlwollendes Miteinander statt Mangelempfinden und Spaltung? Das ist und bleibt zu wünschen.

  1. Wie steht es um mein Recht auf ein analoges Dasein? Gut, analog bin ich schon lange nicht mehr. Ich recherchiere meine Programm-Ideen im Internet, ich schreibe hier diesen Zwischenblick, ich habe nach kurzer Trotz-Überwindung nun auch einen Online-Zugang zu meinem Bankkonto und meine BahnCard-App kann ich recht souverän bedienen – recht bald danach hört es bei mir allerdings schon auf. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt, in der ersten Junihälfte 2026.

Marilyn & Nemorino – UNCOVER &Oper légére

Musik, Musik, Musik – so tönt es in meinem Gebälk. Ich habe mich Anfang des Jahres (mal wieder) entschieden, mein Schaffen zu fokussieren aufs Singen und Schreiben – also Wort & Sang. Nach der Premiere unserer Jubiläums-Oper im März stand Ende Mai schon gleich die nächste Premiere in der Reihe UNCOVER an. Marilyn Monroe. Ihren 100. Geburtstag feiern Markus Stollenwerk und ich mit „Diamonds und anderen best Friends„.

So sehen sie aus nach der Marilyn-Premiere (vorerst) am letzten heißen Tag im Monats Mai – Some like it hot!

Und irgendwie geht es in diesem ersten Halbjahr 2026 Schlag auf Schlag: vom Erstellen des neuen Opern-Kataloges, Produzieren eines neuen Doris-Day-Videos, Vorbereiten meines Messe-Autritts auf der diesjährigen INTHEGA, jetzt schon in die aktive Probenphase zu unserer neuen Oper légère im Herbst: Liebestrank von Donizetti steht also schon frisch geschnitten auf dem Notenpult. Es ist ein vielschichtiges Treiben, das mich sehr erfüllt, denn Musizieren und Geschichtenerzähler ist für mich halt das Schönste. Natürlich ist und bleibt das Booking, also das Vertreiben meiner Konzert-Angebote noch entwicklungsfähig – JA, ich möchte mehr konzertieren! Auch dafür habe ich mir in 2026 Nachhilfe genommen über die RAKETEREI von Imke Machura. Erste Erfolge sind schon zu verzeichnen, und wenn sich meine Konzert-rate ab Frühjahr 2027 steigert, bin ich mehr als zufrieden.

Aber so ist es halt in einem Ein-Frau-Unternehmen: was du selbst nicht machst, geschieht eben nicht. Und damit komme ich noch einmal zurück zu der bereits erwähnten, guten Idee, die ich Anfang des Jahres hatte. Nämlich, mein Angebot zu reduzieren, schlicht um mehr Zeit für die einzelnen Themen und Arbeitsschritte zu haben, Also erstmal nur SINGEN und SCHREIBEN.

So weit so gut.

Kaum hatte ich also KRAUT & REDEN von meiner Homepage und damit von meiner Angebots-Liste gestrichen, kamen reizende Anfragen rein – so ist es doch immer, oder? Und wer jetzt glaubt, ich sei konsequent und verfolgte rational kluge Entscheidungen, die irrt sich. Natürlich bin ich mit Kopfsprung und großem Juchzerer ins nächste Kraut-Abendteuer gehüpft:

Natur – mein Schlüssel zum Glück

Genau wie diese Überschrift lautete mein Jahresmotto 2022, nachzulesen im hier verlinkten Blogartikel. Daran hat sich in den vergangenen vier Jahren nichts geändert, außer, dass ich weiter gelernt habe – sowohl an meiner seit zehn Jahren geschätzten der Heilpflanzenschule Phytaro von Gudrun und Pitt Germann, als auch an der Storl Akademie mit Wolf Dieter Storl. Im letzten Jahr ging es dann auf Franzis Krautschau. Einen ganzen Wachstums-Zyklus von Anfang Februar bis Ende Oktober mit Interessierten Menschen über die Wiese und durch den Wald. Schön war’s. Sehr schön sogar.

Beinwell, Kamille, Karde und co machen die Krautfranzi froh

In diesem Jahr wollte sich die Dannheimerin also konzentrieren – und schwups: Kam eine Anfrage rein, ob ich mit einer Schulklasse auf Krautschau gehen wollte. Ja, ich will! Was kann es Sinnstiftenderes geben, als diesen jungen Menschen in diesen anspruchsvollen Zeiten DEN Schlüssel zur Verbundenheit, zur Anbindung, zur Selbstregulation, zur Sinnfindung, zur Erholung … mitzugeben?

Nur, was du kennst, bist du bereit zu beschützen, frei nach Jane Goodall. Mutter Erde freut sich über zukünftige Beschützerinnen und Bewahrer. Weniger Zeit beim KI-Chat, dafür auf der Wiese – das ist doppelt gut!

Und was soll ich sagen: es war wunderbar mit diesen neugierigen, jungen Menschen! Gerne mehr. Dafür kippe ich meine klugen Einschränkung-Pläne eben mal über Bord und freue mich an der Vielfalt meines Schaffens. Punkt.

Damit komme ich zu meinem nächsten Zwischenblicks-Abschnitt

Allerhand Erlebtes

Recht unsortiert und fast umkommentiert gibt es hier eine lose Folge von Eindrücken, die mir der Mai beschert hat: Rügen, Bern, Düsseldorf, Dortmund … da war ordentlich was los in diesem Mai:

Kompliment des Monats

„Das Marilyn-Programm ist euer bestes. Ich war nach der Premiere so bewegt, habe mir direkt Tags drauf „Manche mögen heiß“ angeschaut.“

Mein Blogartikel

Über den Tellerrand

An dieser Stelle möchte ich gern einen Ausblick wagen, was mir diese letzten Wochen vor der Sommerpause wohl bescheren können. Da freue ich mich auf unsere Carmen als Oper légère im Bürgermeisterhaus und eine Woche später das Liedersingen ebendort. Marilyn wird es noch zwei Vorstellungen geben, Krautschauen ebenfalls, sogar eine Doris Day darf ich im Hohenlohischen auf Schloss Weikersheim noch geben, mehr dazu unter TERMINE.

Damit das mit den gesteigerten Konzert-Zahlen bis Frühjahr 2027 was wird, bin ich auch in diesem Jahr mit einem Stand auf der INTHEGA vertreten, habe all meine Booking- und Presse-Material schön sortiert und freue mich auf regen Austausch mit Veranstalterinnen und Kollegen.

Ein Stückchen weiter über dem Tellerrand hinweg winkt mir schon meine nächste Langstreckenwanderung zu. Ich überlege noch, ob sie ebenfalls franzi geht dann heim heißen wird, wie die letzte Tour von 2023 oder ob sie einen eigenen Namen erhält – die Idee dazu habe ich schon. Fest steht seit dieser Woche die genaue Route zwischen Stuttgart und Meran:

Im nächsten Zwischenblick wird die Route eingezeichnet sein

Es macht mich so glücklich, zwischen Wanderführern und Landkarten zu schwelgen und mit die passgenaue Route auszuwählen. Ich brauche keine hochalpinen Herausforderungen mehr, ich möchte laufen und die Schönheit von Mutter Erde genießen.

Einen alpinen Vorgeschmack hat mir der Besuch in Bern beschert – siehe Titelbild: (Zwischen-) Blick vom Nießen auf Eiger, Mönch und eine verschleierte Jungfrau, das ist doch der Gipfel!

Mehr Infos zu meiner Sommer-Tour folgen – schon jetzt kann ich sagen: es wird KEINEN Wanderbericht geben. Ich werde vom Weg berichten, sicher auch in diesem Journal, aber es wird kein physisches Buch geben. Ich laufe diesmal nur für mich.

Aber wer wäre ich, wenn ich mich nicht auch von diese Aussage abwenden könnte – vergleiche Krautschau …

NOTA BENE

Für jeden einzelnen Rechtschreibfehler in diesem Artikel trage ich Verantwortung. Es entspricht meinem Gefühl von Ausgewogenheit zwischen Anspruch und Einsatz. Ich genieße diese gedanklichen Ausflüge, allein schon, um mein Inweltbewusstsein immer wieder zu aktualisieren, mich von Ideen und Konzepte zu verabschieden, die nicht mehr stimmig sind, UND mit Freude und unstillbarer Neugier mich Neuem zuzuwenden.

Ich will singen, denken, reden, schreiben, in der Erde buddeln und Menschen begleiten.

So möchte ich zum Ende dieses Zwischenblicks Hafiz, einen persischer Mystiker, recht frei und meinem Sinn gemäß zitieren:

„Die Seele betritt den Körper, um sich im Lied zu erfahren. Doch eigentlich ist die Seele das Lied“

 

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