Zwischenblick September – Oktober 2026: Spielzeitstart 26/27

Die Zeit, sie fliegt. Da sind wir also schon mitten im goldigsten Altweibersommer angelangt, und ich habe das Gefühl, wöchentlich – ach was: täglich fliegen mir neue Themen und Projekte, Aufgaben und Ideen zu. Und ich dachte, meine Erntezeit wird jetzt etwas ruhiger. Kein Grund zur Klagen, denn es sind allesamt bereichernde und beglückende Dinge, Erlebnisse und Erfahrungen, die meinen Terminkalender gerade dehnen – und meinen Horizont auch.

Meine drei großen Themen im September

An sich ist es nicht immer einfach, die Themen des Monats zu sortieren. Doch genau in dieser Reflexion entdecke ich oft die eigentlichen Schwerpunkte oder Lektionen, die sich im Geschehen erst gar nicht so bedeutsam gezeigt haben und dann erst im Verlauf meiner Auseinandersetzung Wichtigkeit gewinnen.

Mein Verständnis von Mitmenschlichkeit und Toleranz

Ich verstehe und verinnerliche für mich immer konsequenter, dass es – für mich – viel sinnvoller ist, mich auf die positiven und sinnvollen, nährenden Aspekte zu fokussieren, statt mich im dramatischen Strudel der aktuellen Ereignisse zu verlieren. Das hat nichts mit Desinteresse zu tun oder mit Ignoranz, sondern mit Selbstschutz. Ich richte mein Augenmerk auf das, was ich positiv beeinflussen kann. Jeder Mensch kann jeden Tag einen klitzekleinen Abzweig so wählen, dass er die Welt zu einem besseren Ort macht. Das mag idealistisch oder kitschig klingen, doch ich glaube daran und schenke den Fatalisten und Zweiflern, den Nörglerinnen und Zerstörenden keine Energie.

Auf diesem Weg hat mich die Beschäftigung mit der „kleinen“ Therese von Lisieux angeregt, mein Engagement für das Jane Goodall Institut inspiriert und meine tiefe Verbundenheit zum Heiligen Franz geprägt.

Hl Therese: Kirchenfenster in Camiers – Jane Goodall:Foto: Institut Austria – Hl Franziskus: Titelbild der aktuelle Ausstellung in Salzburg

Heute echauffiere ich mich nicht mehr, ich nehme es, wie es ist und mache etwas möglichst Schönes daraus, wohlwissend, dass ich in einer äußerst privilegierten Wattebäuschchen-Situation lebe. Dafür bin ich dankbar und teile sehr gern: Meine Zeit, meine Ideen, meine Aufmerksamkeit und auch mein Geld, mit denen, die es meines Erachtens nach gerade brauchen: Die Obdachlose an der Straßenecke, der Spendenaufruf nach internationaler Naturkatastrophe oder das Jane Goodall Institut zur Unterstützung von sinnvollen Projekten zum Umweltschutz und zur Friedensarbeit.

Ich habe in diesem Monat zum ersten Mal auf einen Facebook-Post zum Thema Vielfalt, Toleranz und Mitmenschlichkeit einen – sagen wir „unangemessenen“ Kommentar erhalten. Es war am Wochenende vor der Wahl in Sachsen Anhalt.

Der Schreiber ist gemäß seines Accounts und seiner sonstigen Beiträge ein überzeugter AfD-Sympatisant. Sein Kommentar hat mich im ersten Moment wirklich gefröstelt und geschmerzt. Wie verletzlich bin ich? Wenn ich meine Meinung öffentlich kund tue, muss ich damit rechnen, dass andere auch andere Meinungen haben. Das tue ich. Frustriert aggressiver Dreck wird jedoch direkt gelöscht. Weiter geht’s.

Rosepin, deine Welt ist schön

Um so schöner ist dieses große Kapitel, das ich da gerade aufschlagen darf. Kurz zur Info: Im Jahr 2020 hatte ich – aus Gründen – eine Zeit lang überraschend freie Zeit und dachte mir damals: Schreibst halt jeden Tag ein hübsches Lied … gedacht – getan.

Dann kam die Idee mit der Geschichte rund um meine kleine Titelheldin dazu. Volker Kamp hat dann die Musik arrangiert und aufs liebevollste eingespielt und produziert und Carolina Golightly hat mit ihren einfühlsamen Illustrationen den Kosmos von Rosepin sichtbar gemacht. Welch ein Glück! 2021 habe ich bereits diesen Blogartikel geschrieben: Wer ist eigentlich Rosepin

Nach erfolgreichem Crowdfunding gab es aus unterschiedlichen Gründen dann doch eine – sagen wir Ruhepause. Bis ich dann im Frühjahr diesen Jahres auf die Idee kam, Peter Marx vom Essener Hummelshain Verlag anzusprechen. Und, was soll ich sagen: Seither hüpft alles ganz herrlich seiner Wege und in exakt zwei Wochen ist es soweit: Dann feiern wir die „Buch-mit-Musik“-Präsentation.

Character Design von Carolina Golightly

Ich werde sicher weiter berichten, denn mit diesem „Neustart“ haben wir alle uns nicht nur ins Zeug geworfen, und das gesamte Material aufs Schönste poliert und herausgeputzt, es kamen auch so viele neue Ideen, wie wir Rosepins Welt weiter entwickeln können. Und ich bin überzeugt: jede und jeder von uns kann eine gute Portion Rosepin für sich und sein Leben gebrauchen – aber da zwitschert vielleicht wieder die ansatz-kitschige Idealisten – gern geschehen!

Natur, mein Kompass

Ich habe in den vergangenen ca. 20 Jahren neben meinem Singen und Schreiben viel und intensiv im Grünen, sowie mit und über das Grüne Volk gelernt, beobachtet, studiert und getestet. Dabei interessieren mich weniger die chemisch pharmakologischen Details, sondern die umfassenden Zusammenhänge von Traditionen und Heilsystemen unterschiedlicher Kulturen, immer im Blick auf meine Wurzeln. Ich stelle fest, dass mein Gefühl von Eingebundensein, Vertrautheit und Friedfertigkeit genau damit wächst.

Ich habe jetzt also nicht nur für mich und meine Entwicklung gelernt, seit einiger Zeit begleite ich auch andere Menschen auf diesem Weg. Wir gehen auf „Franzis Krautschau“ mit interessierten Menschen, dabei erzähle ich von Pflanzen, Mythen und Märchen, Verwendungsmöglichkeiten und meinen geschmacklichen Vorlieben.

Auf „Grünen Wegen“ begleite ich Menschen, die in einer Rückverbindung mit der Natur eigene Lösungswege erkunden wollen – Mutter Natur als Spiegel – und verbinde Atem- und Stimm-Übungen zur naturbasierten Prozessarbeit.

So war ich im September für 5 Tage im Allgäu. Der Höhepunkt des Trainings und unserer Exkursionen war der Viehscheid, also der Almabtrieb. Tags zuvor wurden wir von der Allgäuerin Bärbel Bentele aufs wunderbarste vorbereitet, Bedeutung und Tradition, Brauch und Symbolik wurden aufs Herzigste erläutert. Hier lebt diese innige Verbindung von Mensch in der Natur mit ihren Zyklen noch so spürbar. Ich war sicher nicht zum letzten Mal in Gunzesried zum Viehscheid. Und sicher nicht zum letzten Mal bei Bärbel Bentele!

Ein Geschenk, immer weiter Brücken bauen und Wege weben zu können.

Allerhand Erlebtes

Kompliment des Monats

„Ich habe schon lange keinen Sänger und keine Sängerin mehr so klar und deutlich artikulieren hören. Ich habe jedes Wort verstanden.“

Zuhörer und Musik-Kollege beim „Musikalischen Kirchenspaziergang“ am Walchensee.

Über den Tellerrand

Der Oktober bringt viele Kilometer auf Autobahn und Bahnstrecke um Deutschland zwei mal auf ganzer Länge zu durchmessen: Am 4. Oktober gibt es eine Marilyn auf Rügen, am 16. Oktober bin ich zum Award des Jane Goodall Instituts Deutschland in München und am 31. Oktober dann wieder auf Rügen zur Vorpremiere unsere neuen Oper légère – dem Liebestrank nach Donizetti:

Neues Plakat, Foto: Hajo Müller

Herrje! Wird das ein schöner Oktober. Erntedank, Franzi dankt. Näheres zu den Konzert-Terminen gibt es HIER.

nota bene

Mir fallen am Wegesrand oft irgendwelche belanglosen Dinge auf oder ein. Ohne wirklich eingreifen zu können, assoziiert sich mein Hirn dann einen Reim darauf. So habe ich mich entschieden, eine neue Kategorie zu eröffnen: „Franzerlei vom Wegesrand“. Hier folgt zum Abschluss des Zwischenblickes nun Nummero 1:

Manches Mal sehe ich vor mir

einen Menschen gehen

in seinem ihm eigenen Gang

den Weg entlang oder voran.

Kippt, fällt scheinbar würfelwärts:

Aleae iactae sunt.

Läuft irgendwie eckig, keinesfalls rund.

Geht er hier wohl aus sich heraus?

Über sich selbst ein Stück hinaus?

Oder gar nicht auf sich ein?

Mag alles sein.

2 Comments
  • Karin Schiffner
    Posted at 16:41h, 28 September Antworten

    Wenn ich das hier lese geht mir das Herz auf. Fühl dich fest umarmt von deiner Dande❤️

    • Franzerl
      Posted at 16:45h, 28 September Antworten

      Danke, das macht mich ganz besonders froh, liebe Dande.

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