FranScorpia Abschnitt 6: Über den Brenner nach Meran

PRÄAMBEL: Hier folgen nun weiterhin Tag für Tag die Etappen-Beschreibungen dieses Abschnitts inklusive Pausentag. Recht roh und im ersten Wurf, mehr Feinschliff ist nach einem langen und heißen Wandertag nicht drin. Ich benutze keine KI, weder für Korrektur, noch für sonst etwas, aus Überzeugung. Am Pausentag gibt es dann eine Politur des gesamten Abschnitts. Finale Korrektur folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Etappe 25: Trins – Gries – Brennerpass

Das war eine gute Route heute. Äußerlich, wie innerlich. Bilder wollen gerade wieder nicht hochladen – kommen später.

Nachdem ich gestern doch sehr viel Sonne und Strecke hatte, habe ich heute morgen beschlossen, gepflegt zu „cheaten“, ich habe für die ersten Kilometer also Mit Bus und Bahn für Vereinfachung bei vollem Vergnüge gesorgt.

Bin am Morgen also in Triens im schönen Gschnitztal, Seitental vom Wipptal, zur Bushaltestelle gespurtet – und alle Jungkälber von den Weide galoppierten mit, es war eine helle Freude.

Dann kam der Bus, ich löse ein Ticket, will mich hinsetzen, das strahlt mich eine Frau an und sagt: „Gell, Sie san Hirtin?!“ Ich hätte sogebne JA! gesagt. Das war das schönste Kompliment, das ich für diesen Tag hätte bekommen können.

So bin ich dann quasi „alm-geadelt“ in Steinach eingefahren und wollte so gern in einem feschen Café meinen Strecken- Verkürzungs-Plan feiern, es wird nämlich nach morgendlichen Wolken schon wieder ganz schon warm.

Irgendwie komme ich nicht recht zurecht in Steinach, ein schönes Café ist zu, die Brennerstraße ist voll und mir wird es schnell zuviel, also beschließe ich, direkt mit dem Zug weiter nach Gries zu fahren, dort meinen Kaffee zu trinken und dann zum Brennerpass hoch zu gehen.

Der Bahnhof von Gries liegt hoch über dem Ort und bietet einen ersten Ausblick auf was mich heute erwartet. Zuerst heißt es aber: Runter nach Gries. ich will als erstes in die Kirche – hoffe auf ein Jakobs-Stempel für mein Heftle. Auf dem Weg komme ich mit drei Frauen ins Gespräch. Wir klären heiter die „K“-Reihenfolge: Erst Kirche, dann Kaffee. Und das wird in Gries nicht so einfach. Kirche ist offen, tolle Akustik, leider kein Stempel. Das einzig verbliebene Sport-Café hat heute Ruhetag. Mir bleibt also ein pittoreske vollgestopfter Spar-Supermarkt, hier bekomme ich hinten an der Wursttheke einen Automaten-Kaffee.

Ich bin ja aber auch nicht zum Spaß hier! Heute ist der Brenner-Pass dran. ich habe in den vergangenen Tagen öfter daran gedacht, dass dieser Pass schon mehr, als nur einen geografischen Kipp-Punkt für mich und meine Tour bedeutet. Es haben sich viele Themen und Sorgen der letzten Wochen doch gut geklärt, ich bin innerlich friedlich und kann ohne Jammer dem Ende der Tour entgegensehen. Da ist etwas überschritten, da wird heute noch etwas überschritten.

Ich denke ans Integrieren und, wie schon früher erwähnt: „allmählich den Sack zumachen“. Wie passend, dass oben am Brennerpass der EiSack-Wasserfall auf mich wartet …

Zuvor gilt es aber den Wanderweg zu nehmen, der hier – wie bereits gestern – über weite Strecken die alte Brennerstraße, also die Auto-Bundesstraße ist. Das wird bei zunehmenden, parallelen Autobahn-Baustellen-Verengungen teils recht eng – und ich bleibe „fröhlich“, wie die Brücke.

Fast versteckt hinter einem riesigen Baustellen-Ausfahrts-Kuddelmuddel steht, von Bäumen sanft verdeckt die Lueg-kappelle, die ich so gern besichtigen möchte. Ich weiß, dass sie besonders sein muss, weiß auch, dass dieser Ort doch sehr geschichtsträchtig ist, was die Tiroler Freiheitskämpfe angeht. In der Auffahrt zur Kapelle drücke ich mich an einem feist mittendrin geparkten Fahrzeug vorbei und bemerke erst da, dass sowohl im Wagen, als auch daneben auf der Bank zwei Männer vom Militär in voller Montur sitzen, hoppala!

Die Kapelle ist leider geschlossen, ich laufe einmal drum herum und im Gehen spreche ich den auf der Bank sitzenden Militär-Mann, von wegen leider geschlossen und so weiter und schon sind wir in ein ausdauerndes Gespräch vertieft. Er bestärkt in seinen Erklärungen, dass es sich hier um einen zentralen Ort Tirols handelt, was deutlich spürbar mit einem starken National-Bewusstsein und einer Art Heimat-Stolz verbunden ist. Selbstverständlich ist Deutschland hier nicht unbedingt geliebtes Nachbarland, aber so können wir uns beide durch unsere jeweils eigene Sicht auf die jeweiligen Themen nähern.

Wirklich spannend finde ich den Grund des Einsatzes der beiden Männer: es geht hier darum, Flüchtlinge, die über Italien kommen, abzufangen. Und laut Aussage sind das derzeit immer noch täglich mehrere, die hier entlang kommen.

Ich erzähle von meiner Reise, ernte Anerkennung auch für meinen Alleingängerinnen-Mut. Wolf und Bär kommen wieder ins Gespräch. Mein Gesprächspartner meint aber vielmehr die Spezies Mensch. Nennt sie das grausamste Raubtier. Danke, den Gedanken hatte ich auch schon.

Ich bespreche mit ihm, der auch Bergführer ist, meine geplante Route, möchte nämlich hinter dem Brenners hergehen, der Weg ist in der Karte nur nicht richtig klar erkennbar eingezeichnet. Und zum Glück kann er mir genauere Details dazu sagen und empfiehlt dringend, diesen weit schöneren Weg zu wählen, auch wenn derzeit eine gewisse Gefahr durch Steinschlag besteht. Seit dem Ruckler am Hallangerhaus, der ja ein offizielles Erdbeben in Hall benannt ist, lässt das Thema nicht locker: der Berg bewegt sich. Permafrost geht sich zurück, das wird eher mehr werden in der Zukunft.

Wir verabschieden uns. Ich soll auf das schöne bank-Platzerl hinten am See achten, da könnt man eine gute Pause einlegen. Ein gemeinsames Foto gibt es leider keines, aber das darf so ein Militärmann halt nicht. Klar, kann ich verstehen.

Im Weitergehen denkt die Hirten-Franzi viel über das eben Gesagte, Ausgetauschte, Erfahrene. Grenze. Hier kommt eine Landesgrenze. Mit allem Erwünschten und Unerwünschten. Und wieder geht es ums Brückenbauen und Wegeweben. Wir müssen reden miteinander.

Die Bundesstraße wirde wieder schmal und erneut geht es eher versteckt seitab durch eine Baustellen-Zufahrt auf jenen besagten „Hinter dem See“-Weg. Wunderschön. Plötzlich wieder mitten in der stillen Waldesruh und dann öffnet sich der Blick plötzlich auf den Brennersee. Eine Idylle, wie man sie sich auf der Brenner-Autobahn dahindonnernd nicht vorstellen kann. Blesshühner- und Frösche-Paradies. Die Bank samt Ausblick ist wirklich einladend.

Hier fließt die Sill malerisch in den Brenners und dann weiter ins Tal, vorbei an der anderen Bank, an der ich heute Vormittag den Spar-Kaffee genossen habe.

Der ungenau auf meiner Karte eingezeichnete Weg führt mich jetzt weiter, und da er bisher ja richtig und militärisch bestätigt war, stapfe ich ohne Zögern weiter, wieder auch Asphalt an der Leitplanke. Und ich bin ein paar wenige Meter vor der Stelle, an der ich den „richtigen“ weg wieder vermute, das werde ich von einem blauen Fahrzeug und zwei Mitarbeitern der Autobahn-Polizei – ebenfalls mit vollem Besteck, angehalten und gefragt, wo ich eigentlich hinwill.

Ich erzähle vom schlecht eingetragenen Weg, erscheine alsbald wohl wenigig verdächtig und schon gleich gar nicht flüchtig und so erklären sie mir freundlich, dass es jetzt keine gute Idee ist, weiter auf die Autobahn zu spazieren, sondern einen anderen Weg zu wählen.

Wahnsinn, habe ich also innerhalb kurzer Zeit gleich zwei „Ordnung-Hüter“- Begegnungen erleben dürfen. Der Tag ist spannend, der Weg zum Pass, also für mich langsam zurück in die Gesellschaftsordnungs-Realität.

An der letzten Kurve sehe ich erneut das rote „Tirol“-Plakat, das mir zum ersten Mal im Tannheimer Tal begegnet ist. Jetzt verlasse ich Tirol bald wieder – und ich hatte eine ganz besonders gute Zeit hier, danke.

Dann bin ich auch schon da. Am Brennerpass. Was für ein eigenartiger Ort. Grenze, Wechsel, Tor nach Italien, leichter Anhauchen des Windigen, in mehrerlei Hinsicht. Hannibal war mit seinen Elefanten hier. Goethe mit bemerkenswerten Eindrücken, Kennst du das Land wo die Zitronen blühen? Heute blüht hier etwas anderes. Dominant prägend das Outlet-Center. Betongewordene Scheußlichkeit. Konsum-Zwinger. Natur- und Blick-Verschandler. Mensch, was brauchst und baust du immer noch mehr Mist?

Mit wirklich seliger Genugtuung passiere ich die Brenner-Pass-Markierung. Zweiunterschiedliche Radler-Gruppen stehen auch da. Drei Mädels und drei Jungs, jeweils auf dem Weg von München an den Gardasee. Wir fotografieren und alle fröhlich gegenseitig und tauschen Ziel und Start und Routen-Details aus.

Meine wahrscheinlich bald letzten Schritte für diesen heutigen Tag, der zum Glück wirklich deutlich weniger anstrengend geworden ist, als der gestrige – trotz allen Uniformen, diese wohl letzten Schritte für heute führen mich zum Eisack-Wasserfall. Isarco auf italienisch, Isarch auf laddinisch. Ich glaube ich werde mich dieser wunderbaren Sprache, Zeuge längst vergangener Tage einmal mehr widmen, irgendwann.

Jetzt genieße ich meine geschaffte Strecke.

Etappe 24: Igls – Matrei / Steinach / Trins

Irgendwie hat der Aufbruch von Hall heute morgen länger gedauert als gedacht und geplant und so kam es, dass ich erst um 10 Uhr in Igls an der schönen Kirche auf den Jakobsweg gegangen bin.

Da war es schon ganz gut warm – und das wurde über den Tag noch mehr.

Ich habe von eifrigen Lesern schon den Tipp bekommen, morgens doch früh zu gehen und nach einer feinen Siesta dann in den Abend noch mal ein Stück. das ist für mich nicht praktikabel. Früh am morgen und ab frühen Abend gehe ich nicht alleine durch Wälder – ratet warum. Also nehme ich lieber die Tageshitze in kauf und weiß mich auf menschenbelebteren Wegen sicherer unterwegs. meine Tour – meine Regeln – meine Schweißausbrüche.

Trotz und WEGEN allem habe ich diese Tour sehr genossen: seit ab auf erst stilleren Wegen das Wipptal hinauf. Erst geht es halbhohe an saftigen Maisfeldern entlang. Der Blick ist wundervoll. Es duftet überall würzig und gut, nach dem Starkregen der letzten Nacht. Mal sieht man die scheußliche Brenner-Autobahn dann verschluckt mich der Wald wieder für ein Stück und führt über abgelegene Weiden zurück auf den Asphalt.

Und da bleibt der Jakobsweg dann beharrlich drauf – auf dem Asphalt. Und es ist nicht nur der Jakobsweg heute, es ist auch die Via Romea, also der alte Römerweg. Irre, wenn ich mir vorstelle, dass Hannibal hier seinerzeit mit den Elefanten durchkam.

Es wird warm und wärmer. Und nur weil es so schön klingt, nehme ich noch eine Extra-Steigung hoch nach St. peter, dass dann überraschend unspektakuläre und vor allem mit einer leider verschlossenen Kirche aufwartet. Ich rede mir gerade gut zu, dass alles und alle Wege immer für irgendetwas gut sind, aus wenn man es nicht direkt kapiert, da komme ich in der nächsten Ortschaft an einer wirklich abenteuerlichen Werkstatt / Zeige-Raum / Installations / Geisterbahn eines Schnitzers, eines Lanvenschnitzers vorbei.

Grausige Krampus-Masken neben milden Madonnen, dazwischen allerhand Trödel – sensationell. ich entdecke zwischen all dem eine kleine Relief-Geier-Wally. Eine Geier-Wally liegt hier und hat auf mich gewartet. ich weiß es genau.

Seit vielen Jahren fasziniert mit die Person der realen Roman-Vorlage, die Tiroler Malerin Anna Knittel aus dem Lechtal und ihre Geschichte, die doch so viel mehr ist, also der kitschige Heimatfilm gleichen Titels. Ich glaube, ich werde dazu einmal ein Programm basteln – aber jetzt möchte ich erst mal diese Schnitzerei mit nach Hause nehmen – was tun? Der Herr Larvenschnitzer Norbert Danner ist leider nicht vor Ort aber ich finde eine Telefonnummer im Schaufenster.

Muss mich dann um 13 Uhr, also in der Mittagszeit ordentlich überreden, einfach anzurufen. Und der Herr Danner hebt direkt ab und ein wunderbares Gespräch nimmt seinen Lauf. Er beglückwünscht mich mehrfach: dass ich angerufen habe, dass ich mich für die Geierwally interessiere, dass ich auf Langstrecke bin, und überhaupt. ich habe nicht mehr viel Geld in meinem kleinen Wanderportemonaie, habe versäumt, am Morgen wieder „nachzulegen“. So kommt er mir preislich sehr entgegen, ich lege meine letzten beiden Scheine in seinen Briefkasten, wie abgesprochen und nehme mir dafür die Geierwally aus dem Gruselkabinett.

Lustig: bei der „franzi geht dann heim“-Tour 2023 habe ich mir bei einem Schnitzer in Oberammergau eine bildschöne und sehr filigrane Madonnenfigur gekauft und jetzt diese handfeste, irdische Geierwally.

Bin selig und gehe mit blendender Laune weiter. Sinniere noch darüber, warum mich die starke und eigenwillige Persönlichkeit so anspricht, da komme ich an einer kleinen Kapelle vorbei, gehe hinein – wie immer – singe und bewundere das Altarbild. Ein besonderes Format, ein besonderes Motiv:

Hier sind die „Drei Madel“ zentral abgebildet, also die Margarete, die Katharina und die Barbara, die in der Tradition gut als die ins Christentum überlieferten Adaptionen der alten dreifachen Göttin interpretiert werden können. Diese drei jetzt so prominent bewundern zu können – mit meiner Geierwally im Rucksack – sagt mir eindeutig, dass jetzt die Zeit der starken Frauen anbricht – anbrechen muss. Was die Jungs in den letzten paar tausend Jahren mit ihren patriarchalen Ansprüchen und Vorstellungen alles verbockt haben, müssen wir hier nicht diskutieren.

An der nächsten Ecke warten schon die nächsten Jungs – aber sehr nette. Die von der Straßenreinigung. Hier hast der gestrige Sturzregen das Wasser so über die Ufer sprudeln lassen, dass die komplette Fahrstrecke – ich berichtete von meinem Asphalt-Hatsch – dass die Fahrbahn also gründlich gereinigt werden muss. Mit viel Wasser wird da gespült – wir genießen den erfrischenden Sprüh-Spaß.

Und danach beginnt sich der Weg in der Hitze wirklich zu ziehen. Ich überlege, mit dem Bus abzukürzen, muss aber feststellen, dass ich mir dank Geierwally kein Busticket mehr leisten kann. ja , man muss Prioritäten setzen. Hab ich, kann ich.

Im nächsten Ort möchte ich mich im Gemeindezentrum erkundigen, wo der nächste Bankautomat ist und wie weit es dahin dauert. An der verschlossenen Tür darf ich feststellen, dass das Gemeindebüro hier zugunsten eines Bestattungsunternehmens weg rationalisiert wurde. Schade. Ich sehe aber eine junge Frau hinter der Scheibe, klopfe und sie öffnet mir.

Ich erzähle meine Geschichte vom fehlenden geld für die Buskatrte und frage nach der Bank. Muss wohl ziemlich hitzegeprägt ausgesehen haben. Sie ist voll Mitgefühl und erklärt mir den Weg, bietet mir ein glas Wasser an. da kommt mir spontan die Idee, hier wenigstens nach einem Stempel für mein hafte zu bitten – eine Bestatter – das ist doch genau das richtige. da muss sie ihren Chef erst mal fragen. Ein fischgesichtiger Bestattungsinstitut-Jung-Unternehmer versucht da vergeblich, weil zu spät, sein Gipsbein hinter einem wuchtigen Schreibtisch zu verbergen. ich zücke mein Heftle, erkläre mich und mein Begehr.

Da antwortet er unumwunden: „Nein. Das mach ich nicht. Der Stempel ist nur für Aufträge und Kunden.“ Ich bin perplex. Die junge Mitarbeiterin versucht die angespannte Situation aufzulösen und mir zu erklären dass der Stempel eh viel zu breit wäre für mein hefte – wahrscheinlich so breit wie der Schreibtisch-Gipsfuß. Ich packe mein Heftle wieder weg, sortiere mein sonnengedörrtes Hirn und frage höflich nach, ob er mir genauer erklären könne, welche Gefahren drohten, wenn er mir so einen Bestatterstempel in mein selbstgebasteltes Erinnerungs-Heftle stempelte.

Da schaut er mich an und sagt fischeskühl:“ Mit so einem Stempel können Betrügereien gemacht werden.“ Und schaut mich an.

Aha. jetzt bin ich also wieder so weit: jetzt sehe ich im Schweiße meines Jakob-Asphalt-Abenteuers also so schluderig aus. Vielleicht ist es auch der Burschen frisch gepflücktes Beifuß-Kraut, der an meinem Stab baumelt, oder aber die wilden Schätze, die meine Hut-Krempe zieren – in jedem Fall sehe ich also so aus, als würde ich mit einem Tiroler Bergdorf-Bestatter-Stempel das Böse diese Welt anzetteln können. So ist vielleicht die Mentalität der mancher Menschen, die in einer Gemeinde mit de namen Ellbögen leben. Meine ist es nicht.

Ebenfalls fischeskühl lasse ich ihn zum Abschied unmißverständlich wissen, was ich von ihm und seiner Entscheidung halte. Gehe raus in die Glut zurück auf den Asphalt und heule kurz.

Ich erinnere mich, dass mich bei der letzten Tour die Bäckersfrau aus Weil der Stadt ähnlich erwischt hat. Es geht also wieder um Vorurteile und voreiliges Urteilen. Ja, da braucht es starke Frauen, die entschieden und von einer unerschütterlichen Mitmenschlichkeit geleitet einfach weitermachen. Weitergehen, einfach nicht aufhören.

Und ich gehe. Gehe bis Matrei zur beschriebenen Bank. Zücke mein kleines Portemonnaie und kaufe mir mit der Plastikkarte frisches Geld. Jawoll; und mit diesem Geld dann ein Busticket zu meiner Finaldestination des heutigen Tages.

No Comments

Post A Comment