2025 – du hattest es in dir. Ich denke, das werden viele Menschen dieser Tage so empfinden. Perspektivwechsel steht da in meiner Überschrift des Rückblicks, den ich auch in diesem Jahr wieder gemeinsam mit vielen vielen anderen Bloggerinnen und Bloggern um Judith Peters geschrieben habe. Die Gemeinschaft trägt – klare Erkenntnis! Mein Artikel ist jetzt die Nummer 319 in der Galerie. Was für eine Vielfalt!
Das Spannende an solchen Rückblicken ist ja – und das gilt für so viele Bereiche- , dass es kaum etwas Trügerischeres gibt, als die eigene Erinnerung. Denn, was in dieser Erinnerung haften bleibt, hängt natürlich davon ab, worauf wir den Fokus lenken. Innehalten und zurückblicken macht da Sinn. Wenn ich mich also in einer – im weitesten Sinne – unsicheren Lage befand, in der es scheinbar kaum Aussicht auf Besserung gab oder gibt, dann werde ich ganz andere Situationen und Bilder in Erinnerung behalten, als wenn ich freudvolle Ereignisse und Schönheit erlebt und wahrgenommen habe. Ein Perspektivwechsel kann manchmal Wunder wirken. Wie auf dem Titelbild des Artikels zu sehen ist, habe ich das durchaus auch wörtlich genommen; später mehr dazu.
Wie wichtig ist es, und für mich wirklich zur lieben Tradition geworden, am Ende eines Jahres in aller epischen Breite eben dieses Revue passieren zu lassen: Welche Themen sind denn auch mit Abstand die wirklich relevanten? Welcher Unmut hat sich unbemerkt von selbst aufgelöst? Welches Problem hat eine zufriedenstellend Wendung genommen? Und was war einfach nur schön?
Vieles bekommt da eine neue Gewichtung oder erschließt sich in seinem Potential, seiner Auswirkung neu. Mich erfüllt es mit tiefer und ehrlicher Dankbarkeit, zu sehen, – zum Beispiel in den Spalten meines Papier-Kalenders oder im Speicher meiner Kamera – was da alles los war, was es mit mir gemacht hat und was es für mich bereit hielt. Darüber zu sinnieren, alles zu sortieren und möglichst lesbar aufzubereiten, ist eine genussvolle Strategie, sich – und vielleicht auch anderen womöglich etwas mehr Klarheit zu verschaffen. Wohl an denn:
Direkt im Januar hatten wir nach fast zwei Jahren Pause wieder das erste Konzert mit einer Oper legere, mit unser allerersten Produktion, dem Don Giovanni. Und es waren ja nicht einfach so zwei Jahre Pause – in diesen zwei Jahren entspann und entwickelte sich die bisher größte Krise in meiner Sanges-Laufbahn. Covid, Kehlkopfentzündung, Stimme weg, Gehör weg, Hirn und Kondition weg, Post Covid – ich berichtete. Vergangenheit. Nun sind wir zurück!
Foto: Hajo Müller – dies ist unser Jubiläums-Motiv
Und was soll ich sagen: besser denn je! Nicht nur, dass ich mir dieses unbezahlbaren Geschenkes bewusst bin, was es eben bedeutet, mit einen tollen Partnerin ein tolles Format über nun bald zwanzig Jahre zu pflegen und zu hegen!
Das mit dem Hegen nehmen wir ernst, es sind für 2026 ZWEI neue Programme in Vorbereitung. Zum Einen erarbeiten wir gerade unsere neue Produktion für den Herbst 2026: Der Liebestrank nach Donizetti. Zum anderen feiern wir im März, genauer gesagt am 1. und am 14.März das 20-jährige Jubiläum unserer allerersten Begegnung, unserer allerersten Probe.
Wie wichtig und wegweisend für uns beide diese Begegnung war und ist, zeigt sich in der Tatsache, dass sich Jeong-Min noch genau erinnert, wie die Situation damals war, wie wir aussahen und was ich gesagt habe, und ich erinnere mich noch genau daran, dass diese Probe etwas ganz Besonderes für mich war, denn Jeong-Min vermittelte mir vom ersten Moment an Sicherheit und ein Vertrauen, all meine Ideen, und seinen sie auch noch so verrückt und im ersten Moment vielleicht sogar abwegig, ausprobieren und entwickeln zu dürfen.
Das ist eines der ersten Fotos von 2006, hier gemeinsam mit unserem „Ermöglicher“, Frank Weise, der uns beide eben zusammengebracht hat. Dafür sind wir ihm bis ans Ende aller Tage dankbar!
Diese Begegnung, unsere Ausdauer, unsere gemeinsame Spiel- und Lebensfreude war und ist keine Selbstverständlichkeit, und wird darum gebührend gefeiert mit unserer „Jubel-Revue“, die wir nur zwei Mal spielen werden. Es ist also ratsam, sich schnell um Karten zu bemühen. Mehr zu den Terminen finden Sie HIER.
Ich bin wirklich glücklich und sehr dankbar, dass sie all den Quatsch mit mir seit nunmehr bald 20 Jahren mitmacht. So auch beim Shooting der neuen Fotos Anfang Dezember:
Hier steht sie mit der tollen Fotografin Monique Urbanski und dem supertoll engagierten Assistenten Raimund Schedler vor der eigentlichen Vorratskammer des Bürgermeisterhauses Werden.
Für Donizetti Liebestrank habe ich diese nun zum Zauberstübchen von Dulcamara umdekoriert. Im Bürgermeisterhaus, unserer wunderschönen „Heimsspielstätte“, haben wir bereits 2021 begonnen, all unsere Opern-Produktionen mit „Themenfotos“ zu bebildern, die wir dann im bildschönen Katalog zeigen.
Und da wir nicht nur „wieder“ spielen und die Erstauflage des Kataloges vergriffen ist, sondern auch noch „weiter“ machen, sprich neue Produktionen auf die Bühne bringe, wurden Anfang Dezember eben auch neue Motive dafür fotografiert. Ja, ich schreibe bewusst im Plural, denn es gibt schon mindestens zwei weitere konkrete Ideen für Folge-Produktionen, die ich an dieser Stelle aber noch nicht verrate.
An Ideen wird es mir wohl nie mangeln, an Neugierde und der Lust am Lernen sicher auch nicht, also komme ich hier zum nächsten großen Theme in diesem Jahr 2025:
Natur & Lernen = Horizont weiten
Ich hatte mir Ende 2024 gedacht: Das Konzertieren darf so geruhsam wieder starten, da bleibt genügend Zeit, selber wieder ins Lernen zu gehen. Schon einige Jahre habe ich mit Naturheilkunde an der Storl Akademie mit Wolf Dieter Storl geliebäugelt.
Mit Wolf Dieter Storl unterm Lindenbaum
Eine sehr gute Entscheidung. Für 2025 stand der Entschluss dann fest: Wenn, dann richtig. So habe ich direkt im Februar mit dem Jahreskurs Pflanzenwissen online gestartet, um im zweiwöchigen Rhythmus durchs ganze Jahr mit wunderbaren Lektionen, Rezepten, und weiteren Begleitinformationen tiefer in die Welt der Pflanzen einzutauchen. Es ist immer eine helle Freude, Wolf Dieter Storl und seinen sensationell weitschweifenden Erzählungen zu lauschen, auch und selbst online.
Ab Mai habe ich zusätzlich in Präsenz in drei großen Blöcken im wunderschönen Allgäu die Ausbildung in Naturheilkunde & Ethnobotanik absolviert.
Hier freut sich die Absolventin
Wenn es dann mal läuft, dann fliegen einem die passenden Themen zu:
Auf meiner weiteren Suche, nach den europäischen Wurzeln unserer Heilkunde und unserer spirituellen Traditionen bin ich auf den Oden der Druiden gestoßen, den OBOD und habe übers Jahr an zwei größeren Trainings mit Philipp Carr-Gomm, dem früheren Ordens-Vorsitzenden, teilgenommen.
Außerdem habe ich mein Wissen und meine Verbindung zu den Munay-Ki Riten in Trainings mit Marcela Lobos vertieft. Diese Anlehnung an die Tradition der peruanischen Pacos spricht mich eben auch sehr an, da hier eine Naturverbundenheit, ein Eingebundensein in die Zyklen der Natur seit Jahrtausenden gepflegt und gelebt wird, wie ich es in unserer Tradition manchmal noch suche.
Mit diesen „Haywarikuys“ oder „Despachos“ lässt sich in einer Art Gebet oder Meditation ganz praktisch und haptisch der Dank an Mutter Erde und ihre bedingungslose Liebe für alle Geschöpfe zelebrieren.
Ich liebe diese „Mandalas“, die im Anschluss dem Feuer, dem Wasser oder der Erde übergeben werden, sehr.
Noch näher an diese Quelle der Inspiration führt mich das Lernen mit Mitgliedern der Noqan Kani Familie, für mich stand in diesem Jahr eine intensivere Auseinandersetzung mit den Plejaden auf dem Plan, also mit Fragen nach größeren, kosmischen Zusammenhängen.
All diese scheinbar so unterschiedlichen Lektionen und Trainings, Kurse und Ausbildungen wachsen und verweben sich in meinem Inneren zu einem wunderschönen Teppich meiner Weltvorstellungen, meines Gefühls von Zugehörigkeit und meinem Platz und meiner Aufgabe in eben dieser Welt.
Das kommende Jahr werde ich gezielt und intensiv nutzen, all diese Schätze weiter zu integrieren und zu pflegen. Ab Februar geht es auch wieder auf „Franzis Krautschau“, schon allein hier wird vieles einfließen können, ich freue mich sehr darauf.
Die ersten Anmeldungen sind schon bei mir angekommen. Für 2026 sind für mich dann erstmal keine weiteren Ausbildungen geplant. Dafür zwei Opernformate mit Jeong-Min Kim und ein Programm zu Marylin Monroes 100. Geburtstage, gemeinsam mit dem geschätzten Kollegen Markus Stollenwerk – das ist mein Fokus für 2026.
Da wollen die Kräfte und Ressourcen schon umsichtig eingeteilt sein! Und das ist ein Thema, mit dem ich mich in 2025 noch einmal in besonderer Intensität auseinandersetzen durfte
Grenzen: erleben, respektieren, erkunden
Einleitend hierzu möchte ich direkt schreiben, dass es in meinen Blogartikeln ja immer recht persönlich zu geht. Ich habe mich früh entschieden, offen über meinen Angang an die Welt zu schreiben. Ich schreibe jedoch nie privat.
In diesem Abschnitt möchte ich dennoch unumwunden davon schreiben, dass mir dieses Jahr eine anspruchsvolle Lektion erteilt hat. Ich sah mich im April, um genau zu sein am Ostermontag plötzlich und vergleichsweise unvorbereitet damit konfrontiert, Verantwortung zu übernehmen, einzuspringen, zu helfen – in einem Ausmaß, das ich mir zuvor nicht hatte vorstellen können.
Ich wusste aber tief im Innern augenblicklich: „Das wird deine Meisterprüfung. Mal schauen, ob du diese bestehst“, ohne im Entferntesten zu wissen, was auf mich zu kommt und was mit mir geschieht. Manchmal weiß so eine innere Stimme, eine Intuition, ein höheres Selbst mehr als das Rationalhirn.
So war zu diesem Zeitpunkt mein Blick aus dem Fenster
Ich war nämlich gerade auf der Insel Rügen, um gemeinsam mit Markus Stollenwerk unser „Whitney-“ und unser „Doris“-Programm im Theater Putbus zu spielen.
Gerade jetzt, da ich diesen Rückblick schreibe und mich wieder auf Rügen befinde, denke ich mir: wie passend, dass ich nach all dem, was da ab Ostern bei mir so los war, genau hier das Jahr wieder mit einer unserem Doris-Programm beende – Que sera sera … aber dazu später mehr … vom Meer.
Ich fasse es kurz: Ich habe es in den Wochen und Monaten nach Ostern nicht geschafft, meine Grenzen, die körperlichen, wie die seelischen zu erkennen und zu wahren. Ich habe mich aus einem rational nicht mehr einordenbaren Pflichtgefühl an den Rand und darüber hinaus gedrängt – bis der Körper sagte: STOPP. Doppel-Stopp!
Anfang Juli zündete Stufe EINS mit beidseitigem Fersensporn. Das tut ekelhaft weh beim Laufen, aber man kann sich noch drüber zwingen. Also war bei mir eine Stufe ZWEI vonnöten: ein Bandscheibenvorfall mit kurzzeitig beidseitiger Beinlähmung, damit ich es kappiere: So geht es keinen Schritt mehr weiter.
Das sieht selbst für mein Laien-Auge verdreht aus, und angefühlt hat es sich wirklich böse. Doch Dank meiner Orthopädin Frau Fütterer, dem behandelnden Arzt in der St Anna Klinik in Herne und meinem Physiotherapeuten Axel Reith kann ich schon wieder auf die Berge kraxeln und dafür bin ich unendlich dankbar.
Fazit diese ganzen Episode: Ich kam in diesem Jahr sehr häufig in die Gegend meines Geburtsortes Tübingen:
Hier konnte mich so auch noch einmal auf viele meiner alten Pfade begeben, was vielleicht nicht nur schöne, jedoch viele wichtige Erinnerungen und Erkenntnisse in mein Bewusstsein gebracht hat, unter anderem:
niemand anders kann und muss auf mich achten, außer ich selbst. Ich weiß dieses Geschenk der körperlichen Beweglichkeit und Eigenständigkeit, nicht auf Hilfe angewiesen zu sein, sehr zu schätzen und bin hoch motiviert, dem weiteren Verfall fürderhin tapfer entgegenzuwirken. Denn: ich will im Jahr die Wanderung, die für dieses Jahr geplant war und aus eben geschilderten Gründen nicht hat von mir gegangen werden können, im Sommer 2026 unbedingt gehen.
Als Titel bleibe ich vielleicht bei „franzi geht dann heim“, wie bei meiner Tour von 2023, für die ich bis heute noch so viele Geschenke einsammeln darf: Buchveröffentlichung, Lesung und so viele rührende Zuschriften. Vielleicht geht es aber auch in Richtung „FranScorpia“, das ich mich mit dem Skorpion namentlich auf die Spuren meiner Mutterlinie mache – in Richtung Meran. Ich werde berichten.
Nach diesem speziellen Jahr macht die ganze Chose auf jeden Fall noch viel mehr Sinn. Und wir alle wissen: Sinn einer Lektion oder gar Geschenk, erkennt man meist erst in Rückblick. Frei nach Kierkegaard.
Und das tue ich gerade mit großer Genugtuung. Ich schaue in dieses Jahr 2025 zurück und weiß jetzt – zum Jahreswechsel schon: Ich bin gewachsen, habe manches kapiert, will es im kommenden Jahr umsetzen, nutzen, genießen, Danke. Ob die Meisterprüfung bestanden ist, kann ich nicht direkt sagen – aber das ist egal.
Mein Social Media Reset
Als ich im April diesen Jahres einen ausführlichen Radiobericht auf meinem Lieblingssender WDR3 zum 20. Geburtstag von Facebook gehört habe, kam der Impuls, erst eine Pause von allen bisherigen Social Media Kanälen einzulegen und dann tatsächlich die Konten zu löschen. Viele haben mich „gewarnt“, dass ich auf diesen beruflichen „Verteiler“ nicht verzichten sollte – und mindestens genau so viele, wenn nicht mehr – vor allem Kolleginnen und Kollegen – haben bewundernd, fast ein wenig neidisch meine Chuzpe bewundert, es einfach so zu machen, wie ich es für richtig halte.
Ich habe dann alternative Werbe- und Komunikations-Wege gesucht und zum Einen meine „Infopost“ aktiver beworben. Ich bin da – ja, auch da – etwas altmodisch und pflege einen persönliche E-Mail-Verteiler für meine monatliche Infopost, die dann an die Menschen verschickt wird, die sich nach meinen Konzerten in Listen eintragen oder unter kontakt@franziska-dannheim.de um Aufnahme in den Verteiler bitten.
Zum anderen habe ich das sogenannte Fediverse erkundet – spannende und „gute“ Alternative zum „Meta-Moloch“. Für mich also eine willkommene Weiterentwicklung des Experiments. Heute pflege ich einen Account bei Mastodon. Voilà:
Der Umgangston ist so wertschätzend, die Anteilnahme ist konstruktiv, Vieles ist hier in diesem Fediverse genau so, wie es sich so viele bei Meta wünschen … und dennoch oder genau deshalb ist der Fluss eben nicht so geschwinde. Daher habe ich mich zum Ende dieses Jahres entschlossen, doch wieder EINEN Kanal von Meta zu bespielen:
Facebook ist derzeit meine Wahl, da ich denke, dass meine Zielgruppe eher dort anzutreffen ist, auch wenn Instagram vielleicht „cooler“ ist. Ich finde es auch gar nicht so schlecht, in diesen wenigen Wochen und bei wirklich mäßigem Engagement doch schon wieder 178 Follower angezogen zu haben. Es ärgert mich übrigens nicht, dass ich die 1500 von vor April „verloren“ habe. Manche wollte man vielleicht eh schon nicht mehr unbedingt im eigenen Fahrwasser haben.
Vielleicht ist dieses Jahr 2025 für mich auch das Jahr der trotzigen Renitenz gewesen. So habe ich auch meinen Account bei Duolingo gelöscht, eine Online-App mit der ich ausdauernd und begeistern Spanisch gelernt habe. Als ich im Sommer aber erfahren habe, dass die Geschäftsleitung äußerst unsozial Mitarbeiter gekündigt hat zu Gunsten weiteren Einsatzes der KI, dachte ich: Nicht mit dir! Das unterstütze ich nicht! Zack – abgemeldet und gelöscht. Fortsetzung folgt …
Außerdem haben mich diese 9 Monate „Social-Media-Abstinenz“ so weit aus dem medialen Gebiet abgetrieben, es hat sich so viel Neues entwickelt, dass ich auch an dieser Stelle deutlich – und NICHT mit Unbehagen – feststelle, dass ich zur älteren Generation zähle. Für mich persönlich bedeutet das:
Ich werde nicht mit KI arbeiten. Keine Texte korrigieren lassen. Keine Antworten auf unliebsame Themen generieren lassen. NIE im Leben eine Melodie oder einen Songtext basteln lassen. Für mich fühlte sich das an, als würde ich das Abwasser der chemischen Reinigung trinken müssen. Und dann wollen sie einem das auch noch als Cocktail verkaufen – Aperol 5.0?
Nicht mit mir. Mit dem Stichwort aus dem vorletzten Absatz komme ich zum nächsten wichtigen Thema
Gesundheit Aho! Alkohol Adieu!
Seit einigen Jahren schon wird der „Dry January“ öffentlich propagiert. Dass man also nach der Völlerei um Weihnachten und Sylvester dem Körper einen Alkohol-abstinente Regenerationsphase gönnen soll. Hat mich nie recht erreicht, ich gebe es zu. Auch die klassische Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern, habe ich eher genutzt um auf Süßes zu verzichten oder auf Fleisch – aber das Glas Rotwein – das wollte ich mir nicht verbieten.
Nicht dass ich mir jeden Abend einen gezwitschert hätte, doch war mir schon längere Zeit im Hinterstübchen bewusst, dass ich mehr Alkohol konsumiere, als meinem Körper wirklich gut tut.
Und heute ist es wissenschaftlich erwiesen und öffentlich: Es gibt KEINEN unbedenklichen Konsum von Alkohol. Es ist und bleibt ein Nervengift mit mannigfaltigem Schädigungspotential.
Im späten Frühjahr lag dieses Thema dann völlig unverhofft und vor allem unaufgeregt auf dem Tisch. Nach ein paar Gesprächen bekam ich dieses Buch in die Hände:
Fakt: Ich habe es auf der Zugfahrt (die problemlos und ohne Verspätungen lief, aber das nur am Rande) in einem Rutsch und ohne abzusetzen durchgelesen – und seither keinen Alkohol mehr getrunken. Was Daniel Schreiber hier beschreibt, hat tief in mir nachgehallt.
Es ist spannend, mich nun selbst zu beobachten, denn der Genuss von Alkohol ist oft an gepflegte und leibgewonnene Situationen gebunden: das Glas Rotwein am Ende einer turbulenten Abends oder gemeinsam mit lieben Freunden beim gemeinsamen Essen. Fragen tauchten anfänglich auf: Wie schaffe ich es, nach einem Konzert den Adrenalinspiegel OHNE ein Glas Rotwein zu besänftigen? Wie wird ein eigener Geburtstag OHNE mit der Familie mit einem Glaserl Alkohol anzustoßen? Oder zu Weihnachten? Oder zu Sylvester?
Es ist ja nicht so, dass ich mich zwingen muss, nie mehr Alkohol zu trinken, da schon ein Moncherie mich in die Gosse der verlotterten Alkoholabhängikeit zurückpfeffern würde. Ich entscheide mich jeden Tag aus freien Stücken dazu, weil ich meinen Körper und vor allem meinen Geist und mein Hirn nach erfreulicher Post-Covid-Rekonvaleszenz erhalten möchte, so gut ich es eben kann.
Und es ist toll, nach einer Party, auf der ich mindestens 4 Stunden auf der Tanzfläche abgetanzt habe, zumindest gefühlt wie ein junger Hüpfer, am nächsten Morgen zwar mit Muskel- aber sonst keinem anderen Kater aufzuwachen und das Hohe Lied des Gänseweins zu trällern. So lange mir dieses Experiment Spaß macht, ziehe ich es weiter durch – und wenn es mal anders wird, dann sehen wir weiter. Sehr gut zu diesem Experimentiert-Thema passt der folgende Abschnitt:
Das habe ich 2025 zum ersten Mal erlebt/gemacht.
Ich habe mir Anfang Januar 2025, durch die Strickerei meiner Schwägerin Petra nach langen Jahren wieder einmal Wolle gekauft – mit dem anregenden Namen „Konfetti“! Habe dann im Dezember endlich begonnen, ohne Anleitung eine Jacke zu stricken. Ich bin so eine, die nicht gern oder eigentlich nie nach Rezept kocht. Genauso ungern besorge ich mir Strick- oder sonstige Bastelanleitungen. Ich denke lieber vorher einmal gründlich nach und visionäre vor mich hin und fange dann einfach an. Bisher schaut es gut aus.
Ich habe im April am Aalto Theater in Essen eine Oper von Wagner besucht: „Parsifal“. Zuerst die wirklich inspirierende Sonntagsmatinee als grundlegende Einstimmung und dann den Abend selbst. Samt Einführung ca. 6 1/2 Stunden im Opernhaus: Ich war begeistert und habe bis zum Schluss vollends gebannt die Sängerinnen und Sänger, Bühnenbild, Inszenierung und vor allem die Musik und das Orchester genossen. Zum ersten Mal bin ich nicht wütend geworden über Wagners grausame Dicht-Sprache, seine ungeschmeidige Singstimmenführung und seine nervtötende Leitthemen-Verwursterei … nein! Im Gegenteil: ich will im neuen Jahr den nächsten Wagner angehen! Mal schauen, vielleicht zu den Salzburger Osterfestspielen?
In diesem Jahr habe ich erfahren, dass Magnolienblüten essbar sind. Ich habe es direkt probiert. Köstlich. Eine feine Zitrusnote schwingt da mit. Die Blütenblätter sind vergleichsweise saftig und knackig, wie Salat und dabei eben fruchtig und frisch – wie ein Sorbet.
Ich freue mich aufs nächste Frühjahr, da werde ich die unterschiedlichen Magnolienarten auf ihren Geschmack hin untersuchen.
Mit diesem nächsten Punkt bleibe ich bei der Kulinarik: ich habe zum ersten Mal Rehgulasch mit Gewürzsieb nach konkretem Rezept gekocht. Das hat hervorragend geklappt und mein improvisierter Sieb-Einsatz hat seine Dienste vollstes erfüllt: Zimtstange, Nelken, Lorbeerblätter, Pfefferkörner könnten sauber entfernt werden, nach dem sie ihren köstlichen Geschmack an die Soße abgetreten haben. Sicher nicht zum letzten mal gemacht.
In Ermangelung einer Garderobe oder sonstigen Möglichkeit habe ich mich für einen Auftritt, einen sehr schönen im Hohenlohischen, zum ersten Mal komplett im eigenen Auto „präpariert“, also geschminkt und umgezogen. Das mit dem Schminken war das Unkompliziertere von beidem, schließlich kenne ich dieses Gesicht inzwischen so gut, ich könnte es auch bei nacht oder mit geschlossenen Augen anständig bemalen – vielleicht sollte ich das Spaßeshalber einmal versuchen?
In diesem Jahr hatte ich den für mich bisher spektakulärsten „Einspringer“. Ich habe mittags um 12 die Anfrage erhalten, ob ich für eine erkrankte Kollegin am selben Tag einspringen könne. Konzertbeginn 18 Uhr. Dafür hatte ich noch meine letzte Krautschau des Jahres über zwei Stunden. So erhielt ich Thema & Texte erst auf der Fahrt zum Veranstaltungsort, an dem ich 50 Minuten vor Konzertbeginn eingetroffen bin, um mit den Kollegen, mit denen ich noch nie gespielt habe, zu musizieren. Vor allem: zu improvisieren – so stand es halt im Text-Skribt vermerkt.
Ich war an diesem Tag blendend gelaunt und von besonders kühnem Naturell und dachte mir: Halte es wi Pippi Langstrumpf: „Das habe ich noch nie gemacht, also wird das bestimmt großartig“!
Ich war zum ersten Mal fürs Fernsehen vor der Kamera, und zwar für die WDR-Reihe „Mordorte“. Die Folge ist überschrieben mit „Nachbarin deckt Verbrechen auf“ – tja, die Nachbarin bin ich. Ich hatte anfänglich ehrlich Bedenken, weil ich reißerische Formate, die nur auf den Effekt abzielen überhaupt nicht mag. Letzten Endes habe ich mich aber doch dafür entschieden, weil ich meinem Nachbarn diesen „Nachruf der besonderen Art“ nicht verwehren wollte. Schließlich hat sein Tod 2016 dazu geführt, dass ich die erste Trauerfeier gestaltet und Trauerrede gehalten habe.
Außerdem hatte ich in diesem Jahr eine ganz besondere „tierische Begegnung“: An der nordfranzösischen Küste in Höhe von Camier, bekam ich jeden Tag Besuch, wenn ich ins Wasser zum Schwimmen ging. Ein junger neugieriger Seehund kam da fast jedes Mal, kurz nachdem ich in die Fluten gestiegen bin. Und im Laufe der Tage wurde der immer kecker. Irgendwann hat er mir „gezeigt“, wie er die Möwen foppt. Dazu tauchte er ab, kam kurz darauf in meiner Nähe hoch und zeigte mir den Fisch den er gefangen hatte. Dann schwamm er etwas weiter raus – immer noch in blendender Beobachtungszeit-Distanz und „zeigte“ den Fisch den Möwen, die kurz darauf über ihm kreisten. Und immer, wenn sich eine zu ihm hinunterstürzte, um den Fisch zu schnappen, tauchte er rechtzeitig vorher ab. All dies ist auf dem Bild nur sehr schwer zu erkennen, aber ich trage den Fotoapparat beim Schwimmen halt selten mit mir rum. Egal, die Erinnerung ist unvergesslich!
Seit geraumer Zeit schon wollte ich den Geburtsort vonParacelsus besuchen. Im Zuge meiner ethnologischen-medizinischen und Phytoterapeitischen Ausbildungen in den letzten Jahren setzte ich immer wieder mit der Frage nach meinen „Vorbildern“ auseinander. Sebastian Kneipp und Paracelsus stehen da ganz oben. Also war es jetzt im Dezember endlich soweit und ich habe die Teufelsbrücke in der Nähe von Einsiedeln in der Schweiz besucht. Ich habe mir von Herzen ein Zeichen gewünscht, irgend ein Zeichen, als ich den steilen Abhang hinunter zum Wasser unter dieser Teufelsbrücke gestiegen bin. Man sagt, Paracelsus habe dort als Kind viel gesessen und seine ersten Inspirationen empfangen. Ich jedenfalls bekam mein Zeichen: vor mir im Uferschlamm glitzerte es plötzlich. Einen wunderschönen Roh-Silberklumpen habe ich da gefunden. Meine Dankbarkeit für diesen unermesslichen Schatz ist schier grenzenlos.
Weitere schöne Momente in 2025
Das Jahr beginnt am Jungfraujoch in der Schweiz.
Auch in diesem Jahr habe ich mit Freude die CSE in Essen, Schwerpunkt das Café Schließfach unterstützt und meine Spenden der reizenden Maike van Ackern wie immer persönlich übergeben.
Bei ersten Block „Ethnomedizin“ im Allgäu haben sie extra und nur für uns ein Albhornbläder-Ensemble engagiert. Der Klang rührt mich zu Tränen, bei der Aussicht sowieso.
Die Erzähl- und Märchen-Runden im Allgäu werde ich vermissen.
Ich habe einen Rap über Pyrrolizidin-Alkaloide schrieben, mit Markus Stollenwerk und Nils Stoebke gemeinsam aufgenommen – am 2.2.26 wird veröffentlicht.
Im Oktober konnte ich wieder in die Berge. Das war eine große Herausforderung und ein noch größeres Geschenk, was ich beides nur allzu gern angenommen habe.
Der Herbst war in seiner Farbpracht dieses Jahr besonders schön!
Zum Ende des Jahres gab es dann einen Bergausflug dorthin, wo das Jahr begonnen hatte: In die Schweizer Alpen – und hier mit einer besonders schönen Nebel-Halo.
Mein 2025 in Zahlen
125 Pflanzenportraits und dazu gehörige Fachartikel intensiv studiert
28 Blogartikel veröffentlicht
680 Menschen in meinem monatlichen Infopost-Verteiler
49 Veranstaltungen mit 11 verschiedene Programmen/Formaten gespielt/gesungen/gelesen
durchschnittlich 6.815 Schritte pro Tag gelaufen und damit ca. 800 mehr als im vergangenen Jahr
Mein 2025-Fazit
Ich habe das Jahr geschafft. Zum Teil hat mich das Jahr geschafft. Ich habe in diesem Jahr viel geschafft, das wäre doch gelacht! Meisterprüfung hin oder her, das Leben beschert und immer wieder Überraschungen. Manche sind lustig, manche weniger, aber sie halten mich lebendig. So ist es nur konsequent, den Jahreswechsel – exakt zwischen 23.58 Uhr 20025 und 0.02 Uhr 2026 im Wasser, in der Ostsee herumzuspringen – hurra!
Mein Ausblick auf 2026
Was ich 2026 vorhabe
Eine regelmäßige und effiziente Strategie für die Vermarktung meiner Konzerte und Produkte entwickeln
Dabei gerne Unterstützung suchen, zB fürs Booking.
Weitere Verlagssuche für mein schönes Rosepin-Projekt.
Homepage erneut umbauen – ich will kein Elementor mehr, das schränkt meine Blogfunktionen zu sehr ein.
Regelmäßiges Lauf-Training, um mich auf die Langstrecke im Sommer vorzubereiten.
Konzerte, Formate & Angebote in 2026
Mein erster „Einsatz“ im neuen Jahr wird eine Trauerfeier sein, als freie Trauerrednerin. Es erfüllt mich mit Dankbarkeit und Demut, wenn mich Hinterbliebenen bitten, ihre Angehörigen würdevoll zu verabschieden und sie selbst damit auch auf ihrem Weg zu begleiten. Manchmal ist die Begleitung sehr persönlich und auch über die Trauerfeier hinaus. Immer individuell und auf die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse abgestimmt.
Da ich selbst ein arg tiefes Tal von Verlust und Trauer durchschritten habe, ist mir kaum eine Seelenregung mehr fremd. Das bedeutet, ich kann Anderen einen Raum schaffen und halten, in dem die Trauer ihren Platz findet.
Gesungen wird 2026 natürlich auch – und vor allem – und wie! Alle Konzerttermine finden Sie HIER
Dieses köstlich und extrem-pinke Foto entstand bei meinem letzten Konzert-Auftritt des Jahres auf der Insel Rügen in Putbus, Danke Meli Kastner fürs Festhalten. Markus Stollenwerk und ich gastierten dort mit unserem Doris Day-Program. Im Mai und Oktober werde ich mit insgesamt 3 Konzerten wieder ebendort auftreten. Siehe Termine
Im Februar gehe ich wieder mit Pflanzeninteressierten auf „Franzis Krautschau“. Anmeldung und Fragen bitte an kontakt@franziska-dannheim.de
2026 im Visir
Zum Jahreswechsel in die unterschiedlichen Bereiche zu blinzeln, zu orakeln, zu klügeln, was da so kommen mag, macht mir besonders Freude. Da darf es gerne auch etwas fachfremd und nicht all zu ernst zugehen. Voilà:
Mein Motto für 2026 heißt: Volle Franzentration. Darüber wird es den nächsten Blogartikel geben.
Hiermit habe ich die Zahl 2026 bereits so oft geschrieben, dass ich mir dem neuen Jahr schon sehr anvertraut fühle. Ihnen wünsche ich alles Gute und viel Zuversicht, auf dass wir vertrauensvoll zueinander stehen und versuchen wollen, einander beizustehen, statt uns und den anderen im Weg zu stehen, nicht ausstehen zu wollen oder gar unausstehlich zu sein.
Das Leben ist schön, 2026 kann es auch werden. Ich persönlich bin mir da sicher.
Herzliche Grüße in voller Vorfreude auf ein Wiedersehen, sei es bei einem Konzert, bei einer Krautschau oder beim Bäcker an der Ecke,
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