Franziska in weißem Anzug und Markus stehen am schwarzen Flügel, zwischen beiden ein prächtig bunter Blumenstrauß

UNCOVER – Marilyn Monroe

Mit diesem Artikel möchte ich näher auf unser Programm über Marilyn Monroe eingehen. Die Premiere steht in diesem Frühsommer 2026 zum Anlass ihres 100. Geburtstage noch aus. Es folgt hier also eine Art: Projektschau, inclusive Probeneinblicke und andere Unfixiditäten.

Direkt zu Beginn eröffne ich mit dem schonungslosen Eingeständnis, dass ich selbst mit der Leinwand- oder besser Bildschirm-Erscheinung der legendären „MM“ und ihrem derart unzweideutigen Spiel mit Reiz & Anziehung, mit ihren teils arg manierierten Spiel- und Sing-Ausgestaltungen eher weniger zusagte. Wenn ich ehrlich bin, hat mich allein das Platinblond und die halb geschlossenen Augenlider eher fern gehalten.

Wer ist Norma Jeane Mortenson oder doch Baker?

Irgendwann in den 1980er Jahren habe ich das Lied von Jane Birkin gehört „Norma Jeane Baker“ – und damit erstmals ihren Geburtsnamen erfahren. Da erwachte das Interesse, und im Lauf der Zeit kamen da immer mehr Zusammenhänge und Hintergründe zum Vorschein, die nichts mehr mit dem klischeehaften Bild zu tun hatten, das ich zuvor hatte, wie wahrscheinlich so viele Menschen mit mir. Sehr blond und bisschen dumm. Sehr sexy und bisschen verhuscht. Als Sängerin eigentlich nur am Rande und irgendwie blass abgespeichert, und dazu nicht unbedingt gesanglich stark.

Welch unsäglich grobe Fehleinschätzung.

Inzwischen habe ich viel gelesen, sehr viel. Viele Dokumentationen durchforstet, viele Artikel gesichtet, Zeitzeugenberichte von einigen ihrer einstigen Kollegen aufgesogen und mir mein höchst eigenes Bild verschafft, von dem ich glaube, dass es zumindest einem Teil dieser berührenden Persönlichkeit nahe kommt, oder vielleicht ein stimmiges Bild aus den verschiedensten Puzzlesteinchen ergibt:

Eine traurige Kindheit, mit einer psychisch instabilen Mutter zwischen Pflegefamilien und Waisenhäusern hin und her geschoben. Eine lebensfrohe, nach Selbständigkeit strebende Fabrikarbeiterin, die als Fotomodel entdeckt wird und später eine eigene Produktionsfirma gründet. Die drei mal verheiratet war, zuletzt mit dem Schriftsteller Henry Miller. Welche Rolle sie als seine Stütze in politisch schwierigen Zeiten spielte und womit sie die Verkäuferinnen beim Kleider-Einkauf in Modegeschäften zur Verzweiflung trieb … all das und noch viel mehr wird an unserem Abend verhandelt.

Besonders beglückend für mich und daher besonders hervorzuheben ist unsere

Musikalische Herangehensweise zwischen Mondscheinsonate und Perlenfischerduett

Es ist ein unbeschreiblich schöner Glücksfall, dass ich vor einigen Jahren dem Pianisten und Komponisten Markus Stollenwerk begegnen durfte. Seine technische Versiertheit, sein spielerisches Vermögen und vor allem seine schier grenzenlose, oder besser: alle Genregrenzen lässig auflösende ungebändigte Spielfreude passt so wunderbar zu meinem unverschämten Entdeckungsdrang auf der Suche nach der wahren Gefühlslage im kühnen Noten-Mix. Ja, da treffen Oper, Jazz, Pop, Schlager und Tango aufeinander – und es ist WEDER Crossover, NOCH Tribute, und schon gleich gar nicht Karaoke-tauglich.

Es sind Markus und Franziska, die für ihr Leben gern musizieren und Geschichten über Menschen erzählen.

Nicht mehr und schon gleich gar nicht weniger.

So folgt zum vorläufigen Ende dieses kleinen Einblicks noch der offizielle Pressetext. Bei Rückfragen zu Informationen und Bildmaterial kontaktieren Sie mich bitte unter: kontakt@franziska-dannheim.de

Pressetext: UNCOVER Marilyn Monroe – Diamonds und andere best friends

UNCOVER lautet der Titel der neuen Reihe über bedeutende Sängerinnen Markus Stollenwerk. Die Sängerin und der Pianist und Arrangeur enthüllen in diesem Bühnenformat  behutsam und virtuos den persönlichen Glanz des jeweiligen Stars, fernab von Schlagzeilen-Tratsch, Karaoke und Tribut. Hoch lebe der Kammerpop. Nach ihren Programmen zu Whitney Houston & Doris Day folgt nun Marilyn Monroe.

Ein weißes Kleid flattert über dem U-Bahnschacht. Manche Fotografien brennen sich ins kollektive Gedächtnis ein. Marylin Monroe wurde verehrt für ihr Aussehen, verhöhnt für ihre vermeintliche Naivität und vergöttert für ihren überirdischen und gleichzeitig unschuldigen Sexappeal. Als Projektionsfläche männlicher Phantasien provozierte sie lustvoll die amerikanische Prüderie der 1950er-Jahre.

Unangepasst und visionär mit großen Ausschlägen zwischen Erfolg und Zerbrechlichkeit.

Wer war diese Norma Jeane, geborene Mortenson oder Baker, die mit 16 Jahren einen Nachbarn heiratete, um bloß nicht mehr zurück ins Waisenhaus zu müssen? Die sich als Pin-up-Model finanzielle Unabhängigkeit erkämpfte. Später eine Film-Produktionsfirma gründete, um die eigene Karriere besser steuern zu können und damit als Frau in Hollywood völlig neue Wege beschritt. Ihr dritter Ehemann, der Schriftsteller Arthur Miller, schrieb:

„Man versteht Marilyn am besten, wenn man sie mit Kindern sieht; ihre Herangehensweise ans Leben hat die gleiche Einfachheit und Direktheit.“

Konzept & Format

Franziska Dannheim mixt diesen Cocktail aus Verehrung, Verniedlichung, Verschwörung und Spott in umfassender Recherche und liebevoller Zugewandtheit zu einen feinsinnigen   und unterhaltsamen Programm, in dem auch Bellinis Norma und Beethovens Mondscheinsonate ihren Platz finden. Markus Stollenwerks exquisite Arrangements eröffnen reizvolle Klangräume für ein funkelndes Diamanten-Collier aus Anekdoten, Tagebuchnotizen, Melodien und Songs. Ein berührendes Porträt der Schauspielerin und Sängerin, die die Ukulele salonfähig gemacht hat. Some like it hot!

Dauer: 2 Sets à ca. 45 Minuten

Foto: Harald Hoffmann

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